Wenn der schwere Rüttler über die frisch eingebaute Schottertragschicht am Frankfurter Osthafen fährt, zeigt sich in den ersten Zentimetern Einsenkung, ob die Verdichtung hält. Genau diesen Moment nutzen wir. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen beginnt für uns nicht am Schreibtisch, sondern auf der Baustelle – mit Plattendruckversuchen direkt auf dem Planum. In Frankfurt am Main, wo quartäre Kiese und Tone des Mains auf engem Raum wechseln, ist die Tragfähigkeit selten homogen. Wir kombinieren die Ergebnisse aus dem CBR-Versuch vor Ort mit unserer Kenntnis der Frankfurter Terrassenschotter. So entsteht ein Schichtenaufbau, der die Lasten aus dem Logistikverkehr rund um den Flughafen oder die Staustufen im Berufsverkehr der A661 zuverlässig aufnimmt. Zwei Faktoren bestimmen hier alles: die Steifigkeit des Untergrunds und das Langzeitverformungsverhalten der Asphaltschichten.
Die RStO gibt den Rahmen – die Frankfurter Mainterrasse bestimmt den tatsächlichen Aufbau. Erst der Plattendruckversuch auf dem Planum macht die Bemessung verlässlich.
Methodik und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Mit knapp 760.000 Einwohnern und einem der höchsten Pendleraufkommen Deutschlands – täglich queren über 350.000 Menschen die Stadtgrenze – ist der Verkehrsdruck in Frankfurt am Main enorm. Eine unzureichende Bemessung flexibler Fahrbahnen führt hier nicht nur zu Spurrinnen nach dem ersten heißen Sommer. In den Gewerbegebieten von Nieder-Eschbach oder entlang der Hanauer Landstraße sehen wir regelmäßig, wie mangelhafte Tragschichten unter Schwerlastverkehr innerhalb von zwei Jahren kollabieren. Die Kosten für eine Vollsperrung mit Umleitung durch Bornheim oder Sachsenhausen übersteigen schnell den Wert der ursprünglichen Einsparung. Unsere Bemessung flexibler Fahrbahnen berücksichtigt deshalb die lokale Frostempfindlichkeit – der Frankfurter Winter bringt regelmäßig Wechselfröste, die bei falsch abgestuften Mineralgemischen zu Hebungen führen. Wir dimensionieren nach den Frosteinwirkungszonen der RStO, ergänzt durch eigene Messungen zur Korngrößenanalyse des anstehenden Bodens. Das Risiko von Setzungsmulden in Bushaltestellen oder an Ampeln wird so minimiert.
Geltende Normen
RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV SoB-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt), DIN EN 1997-2 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds), TP BF-StB, Teil B 8.1 (Dynamischer Plattendruckversuch), FGSV-Arbeitspapier Nr. 67 (Bemessung von flexiblen Fahrbahnen)
Weitere Fachleistungen
Baugrunderkundung und Laboranalyse
Entnahme gestörter und ungestörter Proben in Frankfurt am Main, CBR-Tests nach DIN EN 13286-47 und Frosthebungskriterien für die exakte Einstufung des Untergrunds.
Dimensionierung des Asphaltoberbaus
Rechnerische Bemessung flexibler Fahrbahnen nach RStO 12 für die Belastungsklassen Bk0.3 bis Bk100 unter Berücksichtigung lokaler Frankfurter Verkehrszählungsdaten.
Qualitätssicherung auf der Baustelle
Verdichtungskontrolle mit dynamischem und statischem Plattendruckversuch, Entnahme von Bohrkernen zur Nachweisführung des Hohlraumgehalts und der Schichtdicken.
Beratung bei Bestandspavements
Zustandserfassung nach dem System der FGSV, Ermittlung der Resttragfähigkeit mittels Falling Weight Deflectometer und Empfehlung für Erhaltungsmaßnahmen.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet die Bemessung flexibler Fahrbahnen für ein Neubaugebiet in Frankfurt?
Die Kosten für die Bemessung flexibler Fahrbahnen liegen im Rhein-Main-Gebiet meist zwischen €1.580 und €5.200. Das hängt vom Untersuchungsumfang ab: Eine reine Schreibtischbemessung nach RStO ist günstiger als ein Paket mit Feldversuchen, Laboranalyse und Qualitätssicherung.
Warum ist der Plattendruckversuch für die Bemessung so entscheidend?
Der statische Plattendruckversuch nach DIN 18134 liefert den Ev2-Wert, den die RStO als zentrale Kenngröße für die Tragfähigkeit des Untergrunds und der Tragschichten fordert. Ohne diesen Wert bleibt die Bemessung flexibler Fahrbahnen eine Annahme, die oft zu teuren Nachbesserungen führt.
Welche Belastungsklasse gilt für eine Busspur in Frankfurt am Main?
Busspuren mit Linienverkehr fallen nach RStO 12 in die Belastungsklasse Bk3.2 oder sogar Bk100, je nach Taktung. Wir ziehen die Fahrplandaten der traffiQ und die Achslastverteilung der eingesetzten Gelenkbusse heran, um die exakte Einstufung für die Bemessung flexibler Fahrbahnen vorzunehmen.
Können Sie auch die Asphaltrezeptur spezifisch für Frankfurter Klimaverhältnisse optimieren?
Ja. Wir passen das Mischgut an die lokalen Bedingungen an: geringere Erweichungspunkte für die heißen Sommertage auf der A661-Zubringerstrecke und polymermodifizierte Bitumen, wo hohe Scherkräfte durch Stop-and-Go-Verkehr auftreten.
Wie lange dauert eine vollständige Fahrbahnbemessung inklusive Feldversuchen?
Die Feldversuche vor Ort in Frankfurt am Main nehmen einen Tag in Anspruch. Mit Laboreinbau und Auswertung liefern wir den Bemessungsbericht innerhalb von zwei Wochen. Bei engen Bauterminen bieten wir eine Expressauswertung in fünf Werktagen an.
