Frankfurt am Main liegt auf einer sensiblen geologischen Grenze: Der Frankfurter Horst aus Kalkstein und Ton trifft auf die quartären Ablagerungen des Mains. Die Höhenlage schwankt zwischen 88 und 212 Metern, und die heterogenen Untergrundverhältnisse machen eine genaue Erkundung unverzichtbar. Eine Schürfgrube ist hier oft die direkteste Methode, um den Boden im ungestörten Schichtverband zu beurteilen. Anders als bei reinen Bohrverfahren sehen Sie in der Grubenwand sofort, ob eine alte Auffüllung, eine Tonlinse oder eine Kiesschicht vorliegt. Gerade in den Main-nahen Stadtteilen, wo der Grundwasserspiegel hoch ansteht, entscheidet die Tiefe und Qualität des Aufschlusses über die Sicherheit der späteren Gründung. Unser Team setzt Schürfgruben gezielt zur Klärung von Schichtgrenzen ein, bevor schweres Gerät anrückt.
Die Schürfgrube zeigt das Bodenprofil ohne Interpolation – eine Wand, ein Befund, kein Modell.
Methodik und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Der Untergrund wechselt in Frankfurt oft auf kürzester Distanz. Im Ostend mit seinen mächtigen pleistozänen Kiesen und Sanden steht das Grundwasser anders an als im Westend, wo der Frankfurter Ton dominiert. Wer im Ostend eine Schürfgrube nur zwei Meter tief anlegt, sieht vielleicht nur Kies und hält den Boden für tragfähig. Zehn Meter weiter kann jedoch eine alte Auffüllung mit Bauschutt liegen, die im Plan nicht verzeichnet ist. Ohne ausreichende Aufschlusstiefe wird die Tragfähigkeit überschätzt. Im Westend wiederum neigt der Ton bei Wasserzutritt zum Quellen – eine Eigenschaft, die im Bohrklein einer Rammsondierung kaum auffällt, im An schnitt der Schürfgrube aber sofort sichtbar wird. Die Norm DIN 4020 verlangt eine repräsentative Anzahl von Aufschlüssen; eine einzelne Grube an der falschen Stelle reicht nicht.
Geltende Normen
DIN 4021: Baugrund – Aufschluss durch Schürfe, DIN EN 1997-2: Eurocode 7 – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke
Weitere Fachleistungen
Korngrößenanalyse im Labor
Proben aus der Schürfgrube werden nach DIN 18123 analysiert. Die Kornverteilungskurve zeigt, ob der anstehende Kies filterstabil ist oder der Ton zur Ausspülung neigt.
Rammsondierung (DPH)
Wenn die Schürfgrube die Tiefe nicht erreicht, setzen wir die schwere Rammsonde nach DIN EN ISO 22476-2 an. So wird die Lagerungsdichte unterhalb der Grubensohle bestimmt.
Plattendruckversuch auf der Sohle
Direkt auf der freigelegten Gründungssohle messen wir den Verformungsmodul Ev2 nach DIN 18134. Die Schürfgrube liefert die ebene Fläche, die der Versuch benötigt.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Wann ist eine Schürfgrube einer Bohrung in Frankfurt vorzuziehen?
Immer dann, wenn die oberen Meter entscheidend sind und der Schichtverlauf unklar ist. In Frankfurt sehen wir oft alte Kellerverfüllungen oder heterogene Auffüllungen aus dem Wiederaufbau. Die Schürfgrube legt diese Strukturen in ihrer ganzen Breite frei, während eine Bohrung nur einen Punkt durchsticht. Gerade bei der Beurteilung der Gründungssohle von Einfamilienhäusern ist die Grubenwand unersetzlich.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Frankfurt rechnen?
Für eine fachgerechte Schürfgrube inklusive Bagger, bodenmechanischer Aufnahme und Laborversuch an einer Probe bewegen sich die Kosten in Frankfurt meist zwischen €470 und €790. Der genaue Betrag hängt von der Tiefe, der Anzahl der Proben und den Zufahrtsmöglichkeiten ab. Einen Festpreis nennen wir nach kurzer Prüfung der Lage.
Wie tief kann eine Schürfgrube im Stadtgebiet Frankfurt maximal werden?
Im Frankfurter Stadtgebiet sind wir meist auf 4,5 bis 5 Meter begrenzt, weil darunter der Baggerarm nicht mehr sicher arbeiten kann und die Böschung zu flach werden müsste. Zudem stoßen wir in Mainnähe oft auf Grundwasser, das einen weiteren Aushub ohne Wasserhaltung unmöglich macht. Für tiefere Horizonte kombinieren wir die Grube mit einer Kleinbohrung von der Sohle aus. Mehr Info.
