Der Frankfurter Baugrund ist eine Herausforderung für sich. In den Niederungen des Mains, wo die Hochhäuser der Bankenmetropole stehen, reichen bindige Böden und Auffüllungen teils über 20 Meter Tiefe, bevor der festere Frankfurter Kalk ansteht. Die Grundwasserstände schwanken und liegen oft nur wenige Meter unter Gelände. Für eine Lastverteilung in diesen weichen Horizonten hat sich die Schottersäulen-Bemessung als eine der wirtschaftlichsten Methoden erwiesen. Unser Labor führt die erforderlichen Auslegungen nach dem Teilsicherheitskonzept des Eurocode 7 durch und kombiniert sie mit lokaler Erkundungserfahrung. Bevor eine Säule gesetzt wird, klären wir die Untergrundparameter mit CPT-Sondierungen entlang der Achsen, um die Homogenität des Baugrunds zu bewerten und die Rüttelenergie punktgenau steuern zu können.
Die Säulensteifigkeit wird nicht nur über den Flächenanteil gesteuert, sondern vor allem über den Spanndruck im umliegenden Weichboden – ein Effekt, den einfache Näherungsformeln oft unterschätzen.
Methodik und Umfang
Geltende Normen
DIN 4094: Baugrund – Felduntersuchungen, Eurocode 7 (EN 1997-1): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN EN 933-1: Prüfverfahren für geometrische Eigenschaften von Gesteinskörnungen
Weitere Fachleistungen
Baugrundvorerkundung und Laborversuche
Drucksondierungen (CPT) und Rammsondierungen (DPH) zur Ermittlung des Spitzenwiderstands und der Lagerungsdichte. Bestimmung der Scherparameter des Weichbodens im Triaxialversuch unter dränierter Bedingung.
Numerische Bemessung und Nachweisführung
Berechnung der erforderlichen Säulenlänge und des Rasterabstands mittels FE-Methode. Nachweis der inneren Tragfähigkeit, der Gruppenwirkung und der Setzungsreduktion nach DIN 4094.
Qualitätssicherung und Abnahmeprüfung
Überwachung der Säulenherstellung im Rüttelstopfverfahren. Abnahmeprüfung mittels Plattendruckversuch auf dem verbesserten Polster und Kontrolle der erreichten Mantelreibung durch Nachsondierungen.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet die Bemessung von Schottersäulen für ein mittleres Bauvorhaben in Frankfurt?
Für ein typisches Projekt mit 600–1200 m² verbesserter Fläche liegen die Planungskosten für Erkundung, Bemessung und Abnahmeprüfung zwischen €1.460 und €4.200. Der genaue Betrag hängt vom Umfang der erforderlichen Drucksondierungen, der Anzahl der Labortests und dem Aufwand für die numerische Modellierung ab.
Bis zu welcher Tiefe können Schottersäulen im Frankfurter Baugrund eingesetzt werden?
Im Frankfurter Raum werden Schottersäulen üblicherweise bis in Tiefen von 8 bis 15 Metern eingebracht. Entscheidend ist das Erreichen eines ausreichend tragfähigen Horizonts, etwa der tertiären Tone oder des Frankfurter Kalksteins. Bei größeren Tiefen prüfen wir die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu alternativen Verfahren.
Wie wird die Qualität des eingebauten Schotters während der Herstellung gesichert?
Während der Installation überwachen wir die Rütteltiefe und den Energieeintrag kontinuierlich über das Bordrechnersystem. Im Labor prüfen wir das Schottermaterial vorab auf Kornabstufung und Abriebfestigkeit. Nach der Herstellung erfolgt die Abnahme durch Plattendruckversuche auf dem fertigen Polster.
Sind Schottersäulen im Einflussbereich von Grundwasser in Frankfurt dauerhaft standsicher?
Ja, sofern die Filterstabilität zwischen Säulenmaterial und anstehendem Boden nachgewiesen ist. Der Frankfurter Grundwasserstand variiert saisonal; die Säulen sind wassergesättigt und chemisch stabil. Eine Erosion des Feinanteils aus der Säule in den umliegenden Boden wird durch eine abgestufte Kornverteilung verhindert, die wir rechnerisch nachweisen.
